? Jazz

Jazz

Seine Geburtsstunde erlebte der Jazz auf den Sklavenplantagen. Hier sangen die Baumwollknechte ihre Lieder, die von den Grundbesitzern nicht verstanden wurden. Der Jazz zeichnet sich durch die Improvisation und die Vermischung verschiedener Stile aus. In der Melodie ist ein so genanntes synkopisches Spiel zu finden. Das bedeutet, dass die Akzente nicht mehr auf den schweren Taktzeiten liegen, sondern auf die unbetonten Taktteile verlegt werden. Das wird auch als Offbeat bezeichnet.

Die erste Blütezeit erlebte der Jazz um die Jahrhundertwende in New Orleans. Jazzmusiker hatten hier vielfältige Arbeitsmöglichkeiten. Der Begriff Jazz wird aber erst 1917 das erste Mal verwendet, als die Original Dixieland Jass Band die erste Platte aufnimmt.  In den zwanziger Jahren wurde Chicago zur Metropole des Jazz. Hier waren es nicht mehr nur die Afroamerikaner, die eine Hauptrolle spielten, sondern auch die Weißen. Es wurden Soloimprovisationen eingeführt und der Jazz wurde nicht mehr nur als Tanzmusik gesehen. Die Freiheiten wurden wieder eingeschränkt, als der Big Band Swing aufkam, der vollkommen durchkomponiert war.

In den vierziger Jahren wurde Jazz wieder stärker und stand für das politische Bewusstsein der Afroamerikaner. In den fünfziger Jahren setzte sich der Cool Jazz durch. In den sechziger Jahren dann wurden die Grenzen gesprengt und es wurde die Dekade des Jazz Rock eingeläutet. Jazz fusionierte mit Rock und erlebte wieder eine Blütezeit. Frank Zappa oder Miles Davis sind bekannte Namen aus dieser Zeit.

Bis heute fusionieren Musikstile mit Jazz, seien es Funk oder exotische Melodien, Pop oder House. Heute ist es auch der Smooth Jazz, der eine bestimmende Rolle eingenommen hat. Interpreten wie Norah Jones oder Diana Krall sind allen bekannt. Ältere Jazzer können den neuen Stilen oftmals nichts abgewinnen, aber auch sie bringen Verständnis für den Wandel der Musik auf.  Um es mit dem 1932 verstorbenen Komponisten Philip Sousa zu sagen: "Jazz wird so lange existieren, wie die Menschen ihn mit dem Bauch statt mit dem Verstand hören."