Afroamerikanische Kultur in den USA und Kanada
Im angloamerikanischen Sprachraum überwiegt der Ausdruck "African American" als Selbstbezeichnung. Im Deutschen zielt der Begriff "Afroamerikaner" vorrangig auf die Geschichte der Afrikaner ab, die einst als Sklaven in die nach Nordamerika kamen. In den USA leben heute mehr als 30 Millionen Menschen mit afrikanischer Abstammung. Sie machen rund 13 Prozent der Bevölkerung der USA aus, wobei die Mehrzahl in den südlichen Bundesstaaten lebt. In Kanada beträgt der Anteil der Afroamerikaner weniger als ein Prozent.
Die Menschen, die heute als Afroamerikaner in den USA und in Kanada leben, sind fast alle Nachfahren der einstigen Sklaven, die zwischen dem 16. Jahrhundert und 1808 nach Nordamerika gebracht wurden. Unabhängig von der politischen Situation entwickelte sich in den USA und in Kanada die afroamerikanische Kultur weiter, vor allem im Bereich der Musik. Viele musikalische Genres sind direkt durch die Kultur der Afroamerikaner beeinflusst worden. Heute werden unter anderem Gospel, Blues, Spiritual, Jazz, Soul, Funk und Hip Hop zur afroamerikanischen Musik gezählt. Auch bei der Entwicklung des Rock and Roll werden den Afroamerikanern entscheidende Impulse zugeschrieben.
Auch im Bereich der Literatur hat sich die afroamerikanische Kultur profilieren können. Seit der Zeit der Sklaven wurden Texte und Beschreibungen überliefert, was sich bis in die Moderne hinein fortsetzte. Die heute erfolgreichen Schriftsteller und Autoren besitzen Vorfahren, die einst aus Afrika in die USA gebracht wurden. Auch in Kanada sind afroamerikanische Schriftsteller erfolgreich, wie Austin C. Clarke, der sogar den Commonwealth Prize erhielt.
Jeden Februar findet in New York der Black History Month statt. Dabei soll an die afroamerikanische Kultur und deren Beiträge zur Geschichte der Stadt und des Landes erinnert werden. Hier wurde einst die erste Schule für Kinder der Sklaven gegründet. Der Hip Hop hat seine Wiege in New York. Auch der Hauptsitz der National Association for the Advancement of Coloured People befindet sich dort. Seit mehr als 100 Jahren setzt sich die Organisation für die Bürgerrechte der Afroamerikaner ein. Während des Black History Month können sich Besucher mit der afroamerikanischen Geschichte und Kultur auseinandersetzen, es finden Veranstaltungen und Ausstellungen statt.
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